CASTLE IN YOUR HEAD

Höret dieses Stück und gestaltet im Kopf ein Schloss nach euren Vorstellungen.

König Bruno, der Fragwürdige, hatte damals zum Beispiel 47 Gemächer allein für seine Mätressen. So konnte er sich seinen sexuellen Ausschweifungen ausgiebig hingeben. Daher sah man ihn manchmal tagelang nicht und er sah bisweilen ziemlich erschöpft aus.

Seine Frau hingegen trieb sich jeden Nachmittag, meist bis in den Abend hinein, in der privat - königlichen shopping mall herum. Diese hatte sie eigens im Basement einrichten lassen. Damals hieß das natürlich noch nicht shopping mall, sondern „Der Basar am königlichen Hof“. Hier gab es, wie von der Königin gewünscht, ziemlich viele Cafés, Bäckereien und Confiserien. Dort traf sie sich mit Freundinnen und gelegentlich auch Frauen aus dem Volke. Diese waren oft erstaunt darüber, wie viel Gebäck, Kuchen und Torten Anneliese in sich reinstopfen konnte.

Anneliese, hochwohl geboren am Arsch der Heide. So hieß die Frau des Königs vor ihrer Heirat mit Bruno, dem Fragwürdigen. Dabei nahm sie seinen Nachnamen an und hieß fortan Anneliese Expertise. Was ja schon viel besser klang. Expertise hatte sie allerdings nur, was den Geschmack und Konsistenz von Süßwaren anging. So hatte sie dann auch eines Tages souverän die 180 Kilo Marke überschritten. Zu dem Zeitpunkt konnte sie sich schon lange nicht mehr bewegen. So lag sie nur noch in ihrem Bett und die Zofen mussten tablettweise Süßspeisen heranschaffen. Und natürlich ihre Fäkalien entsorgen. Vom Volke wurde Anneliese Expertise in dieser Zeit nur noch „Die Fettwarze“ genannt. Bruno war das peinlich, und er war auch erbost darüber, weshalb er daran gedacht hatte, mit empfindlichen Strafen dagegen vorzugehen. Doch Anneliese alias „Die Fettwarze“ sagte nur: Lass die Leute doch, ich finde den Namen witzig.

Als sie starb, musste ihre Leiche mit einem Kranlift durch das Fenster herausgehoben werden. Zu diesem Zweck wurde damals extra die Hydraulik erfunden und musste ein entsprechender Kranlift konstruiert und gebaut werden. Daran kann man sehen, dass ungünstige Verhaltensweisen durchaus auch technischen Fortschritt bringen können.
Wie würde ich mein Schloss gestalten? Auf jeden Fall gäbe es einen Glühweinanbau und eine große Marzipankartoffelplantage. Im oberen Teil des Schlosses hätte ich eine Komponierstube mit Blick über die Plantage. Im Winter gäbe es jeden Sonntag umsonst Glühwein und Marzipankartoffeln an einer Ausgabe für die Bevölkerung. Dazu würden die Hofmusikanten meine neuesten Kompositionen spielen.
Apropos, die Noten zum Stück findet ihr im Bereich Sheet Music Und hören kann man es hier: Castle in your Head